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Oberliga-Spitzenspiel: Tegernheim mit 7:9 geschlagen!

Machten den entscheidenden Punkt: Andreas Ball (links) und Daniel Geist im Schlussdoppel (Bild: Scheuring/Mainpost)

Als Andi Ball nach ziemlich genau vier Stunden den vierten Matchball im Schlussdoppel verwandelte und anschließend voller Erleichterung auf die Knie fiel, war auch der Jubel der Mannschaftskollegen riesig! Hinter den Versbachern lag ein Spiel, dass alle so in ihrer Karriere noch nicht erlebt hatten!
Denn das Spiel startete mit, man weiss gar nicht genau wie es genannt werden soll. Skandal oder Unsportlichkeit?!
Folgendes Szenario spielte sich vor dem ersten Doppel ab. Ball/Geist wurden durch den Oberschiedsrichter informiert, dass das Gegnerische Doppel Husnik/Petrak nach ein paar Punkten aufgeben würde, da der Spieler Petrak verletzt sei und sich für das Einzel schonen wolle. Zugleich wurden die Dreier-Doppel informiert das sie gleich spielen würden.
Als nach ein paar Punkten, die Tegernheimer aber keine Anstalten machten aufzugeben war die Verwirrung groß! Ball/Geist spielten natürlich nicht voll da sie ja von einer Aufgabe der Gegner ausgingen.
Auf die Nachfrage des Mannschaftsführer Michael Stock beim Oberschiedsrichter wiegelte dieser plötzlich ab und wollte von einer sichereren Aufgabe der Tegernheimer nichts mehr wissen. Auf Nachfrage beim Spieler Petrak habe dieser sich lediglich über die Konsequenzen einer Aufgabe informiert.
Jeder Sportler weiss wie schwer es ist wenn man plötzlich von null auf hundert umschalten muss. So war es klar das Andi Ball und Daniel Geist in den ersten zwei Sätzen völlig indisponiert waren und schnell 0:2 zurücklagen. Immernoch fassungslos vom Vorgehen des Oberschiedsrichter bzw dem Verhalten des Spielers Petrak schafften sie es irgendwie die Sätze drei und vier für sich zu entscheiden. Als sie im fünften mit 6:3 führten hoffte der Sportbund einen Fehlstart doch verhindern zu können. Doch eigentlich typisch für dieses abnormale Doppel verloren sie noch mit 9:11.
Benni Rösner und Christoph Weinhold lieferten wieder einmal ein tolles Doppel ab ohne sich jedoch zu belohnen. Wie schon mehrmals in der Saison brachten sie das gegnerische Spitzendoppel an den Rand einer Niederlage um am Schluss doch mit 2:3 zu verlieren.
Michael Stock und Oliver Welt fanden nie ins Spiel und verloren klar mit 0:3.
Als Andi Ball gegen den besten Spieler der Liga, Djordje Borcic,  verlor stand es 0:4 und der Fehlstart war perfekt. Vieles sah zu diesem Zeitpunkt danach aus als würden die Versbacher in der Oberpfalz unter die Räder kommen.
Es war an der Nummer 1, Benni Rösner, ein Zeichen zu setzen bzw den so wichtigen ersten Punkt des Spiels für den Sportbund zu machen. Und beim 3:1 Sieg über Husnik ließ er auch nichts anbrennen.
Anschließend verlor Daniel Geist gegen Petr Seibot sein erstes Einzel der Saison sodass Tegernheim mit 5:1 führte.
Umso wichtiger war es, dass Michael Stock seine beste Saisonleistung ablieferte und gegen den favorisierten Daniel Toadjer mit 3:1 gewann. In zahlreichen Topspin-Topspin-Duellen behielt, auch zur Verwunderung seiner Mannschaftskollegen, fast immer „Stocki“ die Oberhand. Beim Stand von 2:5 musste das hintere Paarkreuz Christoph Weinhold und Oliver Welt an den Tisch. Zwar gingen sie leicht favorisiert in die Spiele aber die Ausgangslage war klar. Will Versbach noch gewinnen müssen im hinteren Paarkreuz alle Punkte kommen! Oliver Welt musste gegen den erfahrenen Abwehrspieler und einzigen Deutschen in der Tegernheimer Mannschaft, Klaus Mühlsimer, ran. In den ersten zwei Sätzen hatte Mühlsimer gegen die unglaublich harten Topspinschlägen nicht den Hauch einer Chance. Doch plötzlich verlor Olli Welt etwas die Spannung und es stand 2:2. Zum Glück behielt Olli Welt die Ruhe und holte mit 11:2 im fünften den dritten Punkt für Versbach.
Und auch Christoph Weinhold tat sich schwer seine spielerischen Vorteile auszuspielen. Aber ähnlich wie Olli Welt machte er im fünften kurzen Prozess und siegte mit 11:2.
Somit hatten sich die Versbacher nach dem ersten Durchgang auf ein 4:5 herangekämpft.
Die Tegernheimer Nummer eins bewies auch im zweiten Einzel gegen Benni Rösner seine Ausnahmestellung und weist nun eine Bilanz von 15:0 auf.
Wie sehr die Versbacher den Sieg wollten sah man am besten an Andi Ball. Selten sah man ihn so bissig und extrovertiert. Von Anfang an zeigte er seinem Gegner dass nur er als Gewinner von der Platte geht. Er schaffte wieder den Anschluss zum 5:6.
Daniel Geist hatte sich von seiner ersten Niederlage gut erholt und zeigte das er im mittleren Paarkreuz der beste Spieler der Liga ist. Aber der 6:6 Ausgleich hielt nur kurz. Michael Stock verlor klar mit 0:3.
Bis zu diesem Zeitpunkt rannte Versbach immer einem Rückstand hinterher. An der Ausgangslage hatte sich also nichts geändert. Hinten müssen alle Punkte her um überhaupt noch die Chance auf einen Sieg zu haben. Gesagt, getan! Christoph Weinhold gewann souverän sein Spiel mit 3:0 und dann war es soweit! Der Spieler Petrak gab sein zweites Einzel gegen Olli Welt kampflos ab! Und diesmal auch wirklich! Versbach führte zum ersten mal in der Partie!
Im Schlussdoppel standen Andi Ball und Daniel Geist dem überragenden Mann der Liga Djordje Borcic und seinem Doppelpartner Daniel Toadjer gegenüber.
Andi und Daniel gaben ihre Antwort auf den unglaublichen Vorfall zu Beginn der Partie auf ihre Weise! Es gelang ihnen Borcic ständig unter Druck zu setzen und nutzten selber jede Chance zum Punktgewinn! Bei 2:0 Satzführung und 10:6 war es fast vollbracht. Doch dann wurden die nerven der Mannschaftskollegen nochmal aufs äußerste strapaziert!
Tegernheim verkürzte auf 8:10. Daraufhin nahmen die Versbacher ihre Auszeit um sich nochmal neu zu konzentrieren. Tegernheim machte auch den nächsten Punkt. Nun nahmen diese ihrerseits Auszeit. Und nach einem wahnsinns Ballwechsel zum Schluss war der nicht für möglich gehaltene Sieg perfekt! Mit 9:7 behielt der Sportbund die Oberhand. Durch diesen Sieg wurde der Abstand auf Tegernheim auf 6 Punkte ausgebaut.
Nächste Woche muss man in Landshut ohne Benni Rösner antreten. Die Niederbayern sind eine sehr ausgeglichene Mannschaft und es wird sicher kein Selbstläufer. Dennoch sollten die Versbacher genug Selbstvertrauen getankt haben um auch diese Spiel positiv zu gestalten!

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