Jahres-Start gelungen: 9:2 Sieg gegen Tabellenzweiten
Nach einem 9:2 Sieg gegen den stärksten Verfolger aus Erlangen steht der Sportbund Versbach weiterhin an der Spitze der Tischtennis Oberliga Bayern. Das Ergebnis sieht allerdings deutlicher aus als es war. Die Erlangener sind hoch Motiviert nach Würzburg gekommen und haben die Punkte nicht kampflos hergegeben. So mussten viele Spiele in den entscheidenden fünften Satz und die rund 300 Zuschauer haben Ihr kommen nicht bereut.
Einen ausführlichen Bericht gibt es diesmals aus der Main-Post:
Der SB Versbach hat das Spitzenspiel gewonnen. Und wie! Vor rund 300 begeisterten Zuschauern in der Versbacher Pleichachtalhalle deklassiert der Tabellenführer seinen bis dato ärgsten Verfolger TV Erlangen mit 9:2. Damit verschaffte sich der SB nicht nur in der Tabelle einen klaren Vorsprung auf die vor der Saison als Titelfavorit gehandelten Mittelfranken, sondern macht sich nun endgültig selbst zum Aufstiegsfavoriten.
Schon länger wurde in Würzburg nicht mehr Tischtennis auf derart gutem Niveau geboten. Und schon länger wurde nicht vor solch einer Kulisse gespielt. Die rund 300 Zuschauer sahen über weite Strecken Tischtennis der Extraklasse. Was sich etwa Daniel Geist mit seinem Erlanger Konkurrenten Kiryl Barabanov an Ballwechseln lieferte, wie beide sich teilweise mehrere Meter von der Platte entfernt mit hoher Präzision und Geschwindigkeit den kleinen Zelluloid-Ball nur so hin und her schlugen, dass es einem beim Zuschauen schier den Atem verschlug, das war wahrlich sehenswert.
„Tischtennis wird letztlich zu 80 bis 90 Prozent im Kopf entschieden.“
Benjamin Rösner. Spieler beim Oberliga-Spitzenreiter SB Versbach
Auch wie die beiden Ex-Jugend-Europameister Andreas Ball und Benjamin Rösner um jeden Punkt kämpften, jeden Ball so lustvoll und doch konzentriert spielten, als sei er der entscheidende, war beeindruckend. Und dass beide mit derselben Geste – der geballten Faust und einem lauten Jubelschrei – ihre ersten Einzelerfolge zur zwischenzeitlichen und richtungsweisenden 4:1-Führung der Gastgeber sicht- und hörbar zelebrierten, war Ausdruck des Erfolgs (auch Erfolgsdrucks) und der Freude. Dass der finale Freudenschrei hernach vom Jubel der Fans fast verschluckt zu werden drohte, zeigte, wie sehr die sportliche Leistung von den Fans gefeiert wurde.
„Die haben uns wahnsinnig gepuscht“, verriet SB-Kapitän Michael Stock, der sich wie auch Jochen Weinhold und Oliver Welt an der Platte tolle Duelle mit starken Erlangern lieferte. Und auch Rösner fand, dass „es einfach supergeil ist und Riesenspaß macht vor so vielen Leuten“. Dass man sich quasi in einen Rausch gespielt und fast wie nebenbei den ärgsten Konkurrenten um den Aufstieg mit einem 9:2 förmlich deklassiert hatte – so recht wurde dies den meisten wohl erst später bei der zünftigen „Nachfeierei“ klar. „Jetzt haben wir noch acht Endspiele“, blickte Ball voraus. Von einem „Riesenschritt Richtung Aufstieg“ sprach Rösner.
Der 26-Jährige wollte in dieser Saison eigentlich nur für drei oder vier Spiele an die Platte. Doch längst hat ihn das Tischtennis-Fieber wieder gepackt. Dazu kommt, dass sich alle Spieler schon jahrelang kennen. Michael Stock etwa war vor fast 20 Jahren Trainer von Rösner, Ball und Rösner spielten international genauso erfolgreich zusammen, wie sie es schon für Würzburg oder Kist in höheren Ligen taten. „Entscheidend ist der Spaß“, sagt Rösner. Und den haben sie beim Sportbund. „So etwas habe ich schon ewig nicht mehr gesehen“, jubelte Sportleiter Hubert Uhl und gab prompt den „Aufstieg als neue Priorität“ aus.
„Was das Team heute gezeigt hat, war insgesamt gigantisch“
Hubert Uhl, Sportleiter beim Oberliga-Spitzenreiter SB Versbach
Nicht nur spielerisch, sondern auch mental scheint sein Team dazu fähig. „Heute war viel Taktik dabei. Es ging um Kleinigkeiten. Manchmal waren die Ballwechsel deshalb auch nicht lang“, meinte Rösner und spielte damit auch auf das eine oder andere enge Ergebnis an. „Aber Tischtennis wird eben letztlich zu 80 bis 90 Prozent im Kopf entschieden. Zudem haben wir uns – von den Zuschauern getragen – in eine wahre Euphorie hineingespielt.“ „Was das Team heute gezeigt hat, war insgesamt gigantisch“, schwärmte Uhl. „Dass wir wirklich so nach vorne preschen, hätte ich vor der Saison nicht gedacht. Das hat es hier noch nicht gegeben.“
Die Statistik des Spiels
SB Versbach – TV 1848 Erlangen 9:2
Doppel: Ball/Geist – Görsch/Hartmann 11:8, 11:8, 11:7; Rösner/Weinhold – Palatinus/Torh 9:11, 11:7, 9:11, 11:9, 9:11; Stock/Welt – Barabanov/Reiß 11:6, 11:4, 11:7. Einzel: Rösner – Toth 11:8, 6:11, 11:13, 11:7, 11:9, Ball – Palatinus 11:8, 11:9, 9:11, 11:7; Geist – Barabanov 7:11, 11:3, 11:13, 11:9, 10:12, Stock – Görsch 11:6, 8:11, 11:9, 8:11, 11:5; Weinhold – Hartmann 11:4, 11:8, 6:11, 11:4; Welt – Reiß 6:11, 11:8, 13:11, 12:10; Rösner – Palatinus 11:6, 9:11, 11:7, 11:6; Ball – Toth 9:11, 11:3, 11:8, 13:11.
(Kai Dunkel / Main-Post – Der Artikel erscheint am Dienstag in der Printausgabe.)


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